Mittwoch, 28. September 2016

Die Nacht, die Wissen schafft: Veranstaltung der DGhK e.V. für hochbegabte Jugendliche und ihre Eltern in Hannover



Die Jugend-Eltern-Gruppe JEG der Deutschen Gesellschaft für das hochbegabte Kind e.V. im Regionalverein Niedersachsen/Bremen veranstaltet eine Ralley, Austausch und ganz viel Wissen rund um die Uni:

  • Wann 12.11.2016 ab 15:00 Uhr
  • Wo Universität Hannover
  • Kontaktname
  • Kontakt Telefon 0511-53 90 612
  • Teilnehmer Jugendliche ab ca.14 Jahren und ihre Eltern
Wir treffen uns zu einer interaktiven Aktion für Jugendliche und Eltern.
Rund um die Nacht, die Wissen schafft (veranstaltet von der Universität Hannover) haben wir uns etwas besonderes ausgedacht! Wir veranstalten eine Ralley in der ihr
  • etwas Wissen müsst,
  • weiteres Wissen erlangen könnt,
  • Spontanität zeigen dürft,
  • Aufgaben lösen sollt,
  • und Spaß haben werdet.
Gespielt wird in gemischten Teams: Eltern und Jugendliche - diesmal durchgemixt.
Und zu gewinnen gibt es natürlich auch etwas!
Mehr verraten wir an dieser Stelle noch nicht - seid gespannt.

Anmeldung bis: So 06.11.2016
Das Infoblatt zur Veranstaltung ist in Vorbereitung.
Weitere Infos unter: http://www.dghk.de/regionalvereine/niedersachsen_bremen/besondere-veranstaltungen/nacht_die_wissen_schafhttp://www.dghk.de/regionalvereine/niedersachsen_bremen/besondere-veranstaltungen/nacht_die_wissen_schafftft

Was braucht mein Kind? Eine passende schulische Umwelt in der Sekundarstufe I


Wie im Juli im Blogpost Wie tickt mein Kind? Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen angekündigt, hier der erste Folgeartikel dazu, wie du für dein Kind ein passendes Umfeld finden kannst/mit aufbauen kannst. Heute geht es um ein passendes schulisches Umfeld in der Sekundarstufe I.

Ich sehe da drei verschiedene Ansatzpunkte:

  • die Wahl der passenden Schulart 
  • die Wahl der Schule mit passenden Unterrichtsangeboten 
  • die Wahl anhand von für das Kind passenden Kriterien!
1 Verschiedene Schularten
Mit dem Wechsel zur weiterführenden Schule haben Eltern in den meisten Bundesländern Wahlmöglichkeiten zwischen verschiedenen Schularten. Hier gibt es eine aktuelle Übersicht über die Grundstruktur des deutschen Bildungswesens.

In Niedersachsen gibt es in der Sekundarstufe I, die sich an die Grundschule (Primarstufe) anschließt, folgende Schularten:
  • Hauptschule 
  • Realschule 
  • und Gymnasium. 
Daneben gibt es Schulen mit mehreren Bildungsgängen, die mehrere Schularten zusammenfassen:
  • Schularten mit zwei Bildungsgängen in Niedersachsen (Kombination von Haupt- und Realschule):            -Oberschule ohne gymnasiales Angebot 
  • Schularten mit drei Bildungsgängen in Niedersachsen (Kombination von Hauptschule, Realschule und Gymnasium):  -Oberschule mit gymnasialem Angebot 
                              -Kooperative Gesamtschule 
                              -Integrierte Gesamtschule
Darüber hinaus gibt es verschiedene Förderschularten und Privatschulen z.B. mit konfessionellem Hintergrund oder besonderem pädagogischen Profil (u.a. Montessori-Schulen, Freie Waldorfschulen).

Die einzelnen Schularten unterscheiden sich in ihren Zielsetzungen:

  • Die Hauptschule vermittelt eine „grundlegende allgemeine Bildung“ (KMK 2014, 7),
  • die Realschule eine „erweiterte allgemeine Bildung“ (ebd.) und
  • das Gymnasium eine „vertiefte allgemeine Bildung“ (ebd.).
Am Gymnasium muss spätestens ab der 7. Klasse eine zweite Fremdsprache unterrichtet und gelernt werden. An anderen Schularten kann sie als Wahlpflichtfach angeboten werden. Dies trifft meist auf Real- und Gesamtschulen zu.

Die Schulen vergeben am Ende der Sekundarstufe I folgende Schulabschlüsse:

In Niedersachsen nach dem 9. Schuljahrgang:
  •     den Hauptschulabschluss,
  •     den Abschluss der Förderschule im Förderschwerpunkt Lernen.
und nach dem 10. Schuljahrgang:
  •     den Sekundarabschluss I - Hauptschulabschluss,
  •     den Sekundarabschluss I - Realschulabschluss,
  •     den Erweiterten Sekundarabschluss I.
Hiermit hat man schon mal eine Auswahl an verschiedenen Schularten.
 
2 Spezielle Unterrichtsangebote

An einigen Schulen gibt es spezielle Unterrichtsangebote, die den Interessen einzelner begabter Schüler entsprechen. Die hier vorgestellten Angebote wenden sich nicht speziell an hochbegabte Schüler, sondern stehen prinzipiell allen interessierten und leistungsfähigen Schülern offen. Sie werden hier nach Fächergruppen aufgeführt und sind nicht allumfassend.

2.1 Fremdsprachen
2.1.1 Sprachenangebot
Weiterführende Schulen bieten teilweise unterschiedliche Fremdsprachen an. Während Englisch wohl an allen weiterführenden Schulen in Deutschland unterrichtet wird, bieten humanistische Gymnasien / Schulen mit altsprachlichem Zweig Latein und Altgriechisch als Unterrichtsfächer an. Teilweise setzt der Unterricht in diesen Sprachen früher ein als an anderen weiterführenden Schulen.

So ein Frühfremdsprachenunterricht gibt es an den meisten Grundschulen im Fach Englisch, manchmal auch in anderen Fremdsprachen. Aber auch an weiterführenden Schulen gibt es teilweise einen Frühfremdsprachenunterricht in modernen Fremdsprachen: beispielsweise als Französischunterricht ab Klasse 5.
Manche Schulen bieten die Möglichkeit, eine dritte oder sogar vierte Fremdsprache zu erlernen, im Unterricht oder im Rahmen einer Arbeitsgemeinschaft.

Schüleraustausch oder die Unterstützung bei einem Schuljahr im Ausland sind Möglichkeiten für Schüler, Land und Leute im Zielland kennen zu lernen. Manche Schulen bieten hier Unterstützung, durch Informationsveranstaltungen oder sogar durch Kooperationen und Partnerprogramme.
Brieffreundschaften mit Partnerschulen, Projekte im Rahmen von Erasmus+ Schulbildung oder von Europaschulen dienen ebenso diesem Zweck wie das Vorbereiten auf die Teilnahme an zertifizierten Sprachprüfungen und Wettbewerben.

2.1.2 Bilingualer Unterricht
Ein ganz besonderes Angebot, auch für fremdsprachenbegeisterte Jugendliche, ist bilingualer Unterricht. Dies ist Unterricht in einem Sachfach, z.B. Biologie, in dem nicht vorrangig auf Deutsch unterrichtet wird, sondern in der eine Fremdsprache als vorherrschende Unterrichtssprache Verwendung findet. Im Gegensatz zum reinen Fremdsprachenunterricht in den lebenden Sprachen (z.B. Englisch, Französisch, Spanisch, etc.) erleben die Schüler die Fremdsprache als Unterrichtssprache, als Kommunikationsmittel, um sich über Unterrichtsinhalte mit dem Lehrer und den Mitschülern auszutauschen.

Die Unterrichtsinhalte haben mit dem Sachfach zu tun, sie entsprechen denen des deutschsprachigen Sachfachunterrichts, d.h. die Schüler behandeln z.B. im englischsprachigen bilingualen Geschichtsunterricht die gleichen Inhalte wie die Schüler der gleichen Klassenstufe im rein deutschsprachigen Geschichtsunterricht.

Gymnasien mit zweisprachig deutsch-französischem Zug gibt es mittlerweile in allen Bundesländern. Hier gibt es weitere Hinweise und ein Verzeichnis der Mitgliedsschulen!

2.2 MINT
MINT steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik.
Der Umfang des Unterrichts in Mathematik und Naturwissenschaften hängt weitgehend von der Stundentafel der besuchten Schulart im jeweiligen Bundesland ab. Manchmal bieten einzelne Schulen verstärkten Unterricht in diesen Fächern an.

Für informatikbegeisterte Schüler bietet es sich an, zu erkunden, ob und ab welcher Klassenstufe dieses Fach unterrichtet wird. In der Sekundarstufe I wird manchmal der Medienführerschein „Cyber-Licence“ erworben. Wenn Informatik nicht als eigenständiges Fach unterrichtet wird, gibt es manchmal eine entsprechende Arbeitsgemeinschaft, eventuell mit der Möglichkeit, den Europäischen Computerführerschein ECDL zu erwerben.
Ähnliches gilt für das Fach Technik an Gymnasien.

MINT-Förderung kann auch durch die Teilnahme an einschlägigen Wettbewerben erfolgen. Diese können an manchen Schulen in Arbeitsgemeinschaften vorbereitet werden.

2.3 Gesellschaftswissenschaften
Im Bereich Gesellschaftswissenschaften gibt es an einigen Schulen Unterstützung zur Teilnahme an einschlägigen Wettbewerben im Rahmen von Arbeitsgemeinschaften. Angebote im sozialen Bereich wie Streitschlichter, Schulsanitätsdienst, soziale Projekte oder Model United Nations finden ebenfalls oft in diesem Rahmen statt. Sozialpraktika, Schülerfirmen oder Aktivitäten als UNESCO-Projektschulen sind teilweise in den Unterricht eingebettet.

2.4 Musik, Kunst, Kultur und Sport
Im Bereich Muttersprache / Literatur unterstützen manche Schulen die Teilnahme an einschlägigen Wettbewerben. Einige Schulen führen Autorenbesuche und eigene Lese- und Schreibwettbewerbe durch. An vielen Schulen gibt es Schülerzeitungen und Jahrbücher, die von Schülern gestaltet werden.
Im künstlerisch-sportlichen Bereich gibt es an vielen Schulen entsprechende Arbeitsgemeinschaften, in denen teilweise auch auf einschlägige Wettbewerbe vorbereitet wird.

Manche Schulen haben auch Kooperationen mit Musikschulen / Musikhochschulen, Sportvereinen, Betrieben, Museen, Theatern, Rundfunksendern und Zeitungen. Für Leistungssportler sind Partnerschulen des Leistungssports interessant.

2.5 Allgemeine Besonderheiten
Teilweise haben Schulen auch besondere Angebote wie Bläserklasse, Europaklasse, Musikzweig, Profilunterricht, besondere Klassenfahrten.

Manche Schulen bieten diese Aktivitäten als offene oder gebundene Ganztagsschulen an.

Hier lassen sich verschiedene, für das eigene Kind passende Unterrichtsangebote auswählen.

 
3 Kriterien für den Wechsel zur weiterführenden Schule 

In einem Elterngesprächskreis habe ich zusammen mit den Teilnehmern Kriterien für einen Wechsel zur weiterführenden Schule erarbeitet. Dabei wurden folgende Punkte genannt:


Die Kriterien lassen sich folgenden Oberthemen zuordnen:

  • Haltung der Lehrkräfte
  • Angebote der Schule
  • Individuelle Förderung in der Schule
  • Klassengröße
  • Infrastruktur
  • und Entfernung der Schule vom Wohnort
Eine geringe Entfernung der Schule vom Wohnort kann möglicherweise den Austausch mit Mitschülern durch kürzere Wege positiv beeinflussen.

Die konkreten Kriterien für den Wechsel zur weiterführenden Schule sollten individuell passend für das eigene Kind bestimmt werden!

4 Literatur
KMK (2014). Vereinbarung über die Schularten und Bildungsgänge im Sekundarbereich I. Verfügbar unter http://www.kmk.org/fileadmin/veroeffentlichungen_beschluesse/1993/1993_12_03-VB-Sek-I.pdf

Montag, 26. September 2016

Gesprächskreis 1. Sitzung: Unsere aktuelle Situation als Elternteil oder Lehrkraft eines begabten Kindes

Gesprächskreis für Eltern, Lehrkräfte und weitere Interessierte:
Begabte Kinder und Jugendliche in der Pubertät     
Begabte Kinder und Jugendliche stellen Eltern und Unterrichtende oftmals vor erhebliche Herausforderungen. Familienleben, Begabungsförderung, die Wahl der „richtigen“ Schule sowie Berufs- und Zukunftsorientierung sind altersrelevante Themen.
Auch außerschulische Förderung und ehrenamtliches Engagement im Sinne eines anderen Ich-Erlebens der Jugendlichen spielen eine große Rolle.

Die Abende werden jeweils durch einen Impulsvortrag der Gesprächskreisleiterin zu den folgenden Themenbereichen eingeleitet:

Am ersten Abend werden wir uns beschäftigen mit unserer aktuellen Situation als Elternteil oder Lehrkraft eines hochbegabten Kindes/Jugendlichen.


Im Anschluss werden die Erfahrungen und Fragestellungen der Teilnehmenden besprochen. Dieser Gesprächskreis bietet die Gelegenheit zum Austausch von Informationen und Erfahrungen.

Ich bin zurzeit auf Bildungs- und Urlaubsreise im Südwesten der USA und dabei bin ich mir und meinen Bedürfnissen so nahe gekommen wie schon lange nicht mehr.
In meinen Beratungen arbeite ich gerne mit der Bedürfnispyramide von Maslow:
 




Maslowsche Bedürfnispyramide
Auf der untersten Ebene sind die Physiologischen Bedürfnisse zu finden.
Auf meiner Reise habe ich bei kühlem Wetter auf den Twin Peaks in San Francisco gemerkt, wie wichtig für mich Wärme ist. Im Tal des Todes bei 48 Grad Celsius und heißem Wind hatte ich das Gefühl, gleich einen Hitzschlag zu bekommen. Hier in der Nähe von Los Angeles fühle ich mich bei Temperaturen um die 25 Grad Celsius pudelwohl!

Auf der zweiten Stufe folgen die Sicherheitsbedürfnisse. Nachdem ich zu Hause in der Zeitung gelesen hatte, dass zwei Wissenschaftler bei der momentanen Extremhitze in Arizona bei einer Wanderung um's Leben gekommen waren, war ich vor der Fahrt ins Death Valley bei den auch dort herrschenden Spitzenwerten und den aktuellen Warnungen extrem angespannt. Als ich wieder in der "Zivilisation" war, war ich extrem erleichtert!

Auf der folgenden Stufe finden sich die Sozialen Bedürfnisse: sobald ich in ein Café oder Restaurant mit kostenlosem WiFi komme, gehe ich online, um Kontakte zu Freunden, Familie und Geschäftspartnern in Deutschland zu halten!

Auf der vierten Stufe sind die Bedürfnisse nach Leistung angesiedelt. Immer wieder kommt bei mir der Wunsch durch, meine aktuellen Erlebnisse handhabbar und für meine Leser nutzbar zu machen. Dieser Blogartikel ist nur der erste Schritt! Sobald weitere Überlegungen abgeschlossenen sind, wird es mehr von mir zu dem Thema geben. Ich gebe rechtzeitig Bescheid!

Auf der obersten Stufe steht das Bedürfnis nach Selbstverwirklichung. Auf dieser Reise ist mir deutlich geworden, wie gerne ich an einer Eliteuniversität wie Stanford unterrichten möchte und wie wichtig es für mich ist, Jugendliche auf dem Weg zur Erreichung ihrer selbst gewählten Leistungsexzellenz zu unterstützen! Dazu habe ich mich bereits auf den Weg gemacht (z.B. mit meinem Angebot für Jugendliche)

Wie sieht es bei dir aus? Welches sind deine Bedürfnisse?
Die Sommerzeit und vor allem eine Urlaubsreise sind eine gute Gelegenheit, die eigenen Bedürfnisse kennen zu lernen. Manchmal werden sie dir auch dadurch deutlich, dass du sie gerne verwirklichen würdest, es aber aktuell mit deiner Familie zusammen nicht geht (oder nicht zu gehen scheint)! Die eigenen Bedürfnisse zu kennen, ist aber der erste Schritt zu ihrer Umsetzung!

Welches sind deine Bedürfnisse auf den verschiedenen Stufen der Bedürfnispyramide? Ich freue mich auf deine Antwort unten in den Kommentaren!

Lass es dir und deiner Familie gut gehen
Deine Kerstin